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Duft Medizin für Hunde

Duftmedizin für Hunde
Leo

Duftmedizin für Hunde – Hokuspokus oder haben Pflanzendüfte therapeutischen Nutzen? 

 

Eigentlich bin ich ein Verfechter der Schulmedizin, soviel vorweg. In diesem Sommer kam es aber beruflich für mich ganz dicke. Ein Termin jagte den Nächsten, jede Menge Ärger und Trouble im Büro - Ihr kennt das sicherlich auch zur Genüge. Dazu kam noch eine heftige Sommergrippe -ich hing so richtig „in den Seilen“. Eine Kollegin, die „nebenbei“ Heilpraktikerin ist, drückte mir nach einem ätzenden Terminmarathon ein kleines Fläschchen in die Hand und meinte: „Nimm dies und mach dir 2 Tropfen davon auf die Handgelenke- du wirst sehen, es geht dir damit besser“. Abends hab ich dann erstmal einen Blick darauf geworfen. Es war ein für therapeutische Zwecke hergestelltes Pflanzenöl. 100 % ätherisch. 

Das Heilkräuter als Hausmittel erfolgreich eingesetzt werden, ist ja seit Hildegard von Bingen allseits bekannt. Wir kennen ihre Wirkung als Tee, Auszüge und Tinkturen, aber was können ein, zwei Tropfen Öl bewirken? Das machte mich jetzt doch neugierig. Meine Kollegin gab mir eine kleine private Einführung in die Welt der Duftmedizin und für die abendliche Entspannung noch ein Fläschchen Lavendelöl. Online bestellte ich mir also reine, nach therapeutischem Standard hergestellte Öle, einen Diffuser zum Vernebeln der Öle in Wasser und vor allem Literatur. 

Ich fand zwei Bücher von Maria L. Schasteen:

Ich las, dass das Heilpflanzenöl sich seinen Weg zur Wirkungsstätte selbst sucht. Das heißt, es wirkt indirekt innerhalb von Sekunden direkt dort, wo es wirken soll und somit tritt eine Wirkung innerhalb von wenigen Tagen ein. Bildlich übertragen heißt das, wir verreiben ein, zwei Tropfen Öl in den Händen und streicheln unseren Hund oder wir vernebeln das Öl - es wirkt dort, wo es wirken soll, weil das vegetative Nervensystem angesprochen wird. Damit dies gelingt, ist es wichtig, dass die Qualität der Öle stimmt! Denn, so las ich, die meisten Öle, die man in einem Reformhaus oder Bioladen zu kaufen bekommt, enthalten synthetische Zusatzstoffe oder sind zu 100 % synthetisch hergestellt und können damit massive Nebenwirkungen wie Verbrennungen oder Vergiftungen verursachen. Dennoch werden sie unter der Bezeichnung „100% reines ätherisches Öl“ verkauft. Die Anwendung dieser Öle soll in der Aromatherapie besser vermieden werden. Das klingt logisch aus meiner Sicht. 

Abends vor dem Schlafengehen befüllte ich also fortan den Diffuser mit Wasser und gab 3 Tropfen Lavendelöl hinein. Lavendelöl kann übrigens viel mehr als nur gut duften und Motten vertreiben! Zuerst ist es mir gar nicht aufgefallen, aber immer, wenn der Diffuser lief, hat sich unser fünfjähriger Hovawart Leo in dessen unmittelbare Nähe gelegt. Absolut tiefenentspannt. Ihm schien der Duft zu gefallen. Inzwischen können wir feststellen, dass Leo den Duft von Lavendel, Pfefferminz, Zitrone und Eukalyptus sehr gern mag. Er kann tief entspannen, atmet ruhig. Er scheint den Duft tatsächlich zu genießen. Wir Menschen mögen den Duft in den Wellnesstempeln ja auch gerne riechen. Der Duft der Pflanzenöle löst bei Tieren also auch Wohlbefinden aus. 

Ich habe in letzter Zeit häufig gelesen, dass der eine oder andere Hund gesundheitliche Beschwerden hat, die entweder nicht in den Griff zu kriegen sind oder aber Medikamentenunverträglichkeiten vorliegen. Dies und auch Leos Schilddrüsenerkrankung hat u.a. dazu geführt, dass ich mich intensiver mit dem Einsatz der Duftmedizin bei Tieren beschäftigt habe.

Faszinierend zu lesen, dass nicht etwa ein Öl für nur eine Indikation Anwendung findet, sondern quasi unterschiedliche Öle den gleichen Effekt erzeugen können. Wenn also beispielsweise Lavendel zur Beruhigung oder Wundversorgung nicht ertragen wird, kann ein anderes Öl diese Aufgabe übernehmen. Pfefferminz zum Beispiel, hilft nicht nur bei Erkältungen, wir können es auch z. B. auf eine Zecke tupfen. Diese mag das überhaupt nicht leiden und fällt ab. Überhaupt kühlt Pfefferminz nach Insektenstichen, hat schmerzlindernde Wirkung, unterstützt die Konzentrationsfähigkeit *. Die ätherischen  Öle können viele Erkrankungen wie z.B. Gelenkschmerzen, Hauterkrankungen, Zwingerhusten, Angst u.v.m. positiv beeinflussen. Ebenso können sie helfen, das Immunsystem zu stärken oder einfach nur das Wohlbefinden fördern. 

Schasteen beschreibt in ihrem Buch leicht verständlich, in welcher Anwendungsform (gestreichelt, versprüht, vernebelt, massiert) die Öle am Besten wirken, welches Öl oder welche Ölmischungen nutzbringend eingesetzt werden können und was es in der Anwendung zu beachten gibt.

Ebenso wie in der Humanmedizin bietet die Natur für unsere Hunde also ganzheitliche Therapieansätze. Ich verstehe Duftmedizin als Ergänzung der Schul-(Veterinär)medizin. Selbstverständlich sollte sie auch bei unseren Hunden nicht den Tierarzt ersetzen. Duftmedizin kann die Behandlung der Symptome unterstützen. Können wir auf den Einsatz von Medikamenten (nicht) komplett verzichten, so ist es vielleicht möglich, die Dosis auf Dauer zu minimieren oder durch pflanzliche Aromen das Wohlbefinden unserer Hunde situativ zu verbessern. Dass das mit dem Tierarzt abgestimmt werden sollte, versteht sich von selbst. Auch unsere Tiere haben ein Recht auf ganzheitliche Medizin, und gute Tierärzte unterstützen das.  

Inzwischen läuft bei uns fast täglich der Diffuser. Der umwerfend gute Duft hat auf unser Rudel sogar einen gewissen Wellnesseffekt.  

Ich hoffe, ich konnte mit meiner Literaturrecherche einen Beitrag für eine gute Gesundheit unserer Hunde leisten oder zumindest Eure Neugier wecken.

  

Text und Bild: Gabriela Kostka

*Quelle Schasteen, Duftmedizin für Tiere, ISBN 978-3-86191-079-4, 1. Auflage 2017


Gabriela Kostka schreibt für Hovawart.rocks

Gabriela Kostka, ausgebildete Ergotherapeutin, arbeitet bei DAK- Gesundheit im Referat für Gesundheits- und Versorgungsmanagement, Schwerpunkt Wundversorgung und Entwicklung neue Versorgungskonzepte.

 

Gabriela Kostka ist Euch gerne behilflich und beantwortet Eure Fragen. www.chilling-dog.de

 


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Kommentare: 3
  • #1

    Doris mit Buma (Montag, 05 November 2018 08:59)

    Auch unser "King Buma", ein Mali, der durchaus zu Hause seine Zeit braucht, um runter zufahren (gerade wenn er vom Sportplatz kommt), kann bei dem Duft von Lavendel komplett abschalten. Andere Düfte haben wir noch nicht ausprobiert.

    Du hast richtig gelesen, wir haben einen Malinois, aber ich liebe deine Geschichten der Checkerin, und somit verfolge ich dich auf Facebook und nun auch auf deiner Internetseite. Dein Buch habe ich natürlich auch.

    Ich bin ein grosser Fan von dir, und habe mich in die süße Jessi sofort verliebt.
    Mach weiter so
    Doris mit Buma

  • #2

    Astrid (Montag, 12 November 2018 07:21)

    Mein Buma und ich mögen den Duft von Pfefferminze. Ich dosiere immer sehr vorsichtig, damit es meiner Fellnase nicht zu viel wird

  • #3

    Anette und Finn (Montag, 03 Dezember 2018 06:42)

    Ohrentzündung

    Vielen Dank für deinen Tipp die Behandlung mit einer Mischung aus Pfefferminz, Eukalyptus und Lavendel zu unterstützen. Schon nach ein paar Tagen war die Rötung am Ohrlappen fast komplett verschwunden. Auch das schütteln und kratzen liess schnell nach. Bei der Nachkontrolle beim Tierarzt war dieser selbst überrascht wie schnell der Heilprozess einsetze.
    An dieser Stelle noch mal ein großes Dankeschön!

    Ich kann jedem nur empfehlen die Duft Medizin mal auszuprobieren