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iSleep

Hovawart alles andere ist Hunde Geschichte eins
Die Checkerin vom Niederrhein

Teil 1. iSleep
4:05 Uhr
Tiefschlafphase. Ein angenehmer Traum begleitet mich, zärtlich krabbelt etwas an meinem nackten Arm, ein schönes warmes Gefühl und so feucht.
Feucht?
Ich schlage die Augen auf, direkt neben meinem Bett steht mein Traum und schaut mich mit ihren grossen braunen Augen an, die Fellnase liegt auf der Matratze.
„Na Herrchen, kannst Du auch nicht schlafen?“

Mein Blick schaut auf die Smartwatch, wie nützlich die Dinger doch sind. Sie zeigt mir an, dass es 16 Grad draussen sind und Regen.

Ich schicke Aila freundlich mit dem Befehl „Ab ins Bett“ weg. Widerwillig trabt sie von dannen und lässt sich demonstrativ wie ein Abbruchhammer auf ihre Decke fallen.

4.35 Uhr

Der feuchte Traum ist wieder da, ausgiebig wird der Arm von oben bis unten abgeleckt. Grinsend steht Aila neben mir. „Herrchen, wir könnten zum Damm fahren, wenn Du nicht schlafen kannst“.
Ich sage nichts, denke an Mord und da der Hovi ja Gedanken lesen kann, trollt sie sich wieder auf Frauchens Bettseite und schläft ein.

5:00 Uhr

Es ist windig, ich spüre den Wind an meinen Ohren. Ein warmer Wind. Langsam, ganz langsam öffne ich meine schlafverklebten Augen und drehe den Kopf leicht zur Seite.

Auge in Nase schauen wir uns an. Da Aila nicht ins Bett darf, lässt sie immer die Hinterbeine auf dem Boden, der Rest kuschelt auf meiner Matratze.
Ihr Blick sagt „Dass mit dem Damm war eine blöde Idee, lass uns in den Wald fahren, Du kannst ja eh nicht schlafen“.

5:20 Uhr

Ich komme aus dem Badezimmer, meine Laune ist auf dem Tiefpunkt. Wo ist denn jetzt das verflixte Vieh? Ich gehe ins Wohnzimmer.
Da liegt Madame zusammengerollt in ihrem Körbchen und döst vor sich hin.

Ich brauche erst mal einen Kaffee, stark und schwarz. Da löst sich dieses Fellknäul aus dem Körbchen und schaut mich strafend an. „Dafür haben wir nun wirklich keine Zeit“.
Da man sich nicht alles von seinem Hovi diktieren lassen soll, ignoriere ich sie und trinke meinen Kaffee.

Da fällt mir ein, dass Aila gestern Abend viel Wasser gesoffen hat. Die Arme, mein schlechtes Gewissen nimmt Besitz von mir, ich schütte mir den Kaffee rein, verbrenne mir die Zunge, die muss bestimmt ganz dringend PiPi machen.

Um kurz vor sechs stehen wir am Waldparkplatz. Die Chefin hat sich ja gewünscht, in den Wald gefahren zu werden.

Wir sind völlig alleine, keine Menschenseele zu sehen. Leinen los und auf geht es.

Es nieselt und Aila muss erst einmal die ganzen Nachrichten von den anderen Hunden checken, dann wird festgestellt, dass es neue Grashalme gibt, die vorgestern noch nicht da waren. Pipi? Fehlanzeige, keine Zeit.
Plötzlich taucht ein Reh auf, Hovi geht in Stellung. Der Oberkörper fährt langsam runter, die Beine knicken vorne leicht ein. Und dann wird der Turbo gestartet, gut, dass es regnet, sonst hätte es eine riesige Staubwolke gegeben.

Innerhalb von Millisekunden ist nur noch ein schwarzer Fleck zu erkennen.

Ich rufe „Hiiiiiiiieeeeeerrr“ und was macht Madame? Sie bleibt stehen, dreht ab und kommt zurück. Ich habe ein riesen Grinsen im Gesicht.
Zur Belohnung wird eine ordentliche Runde gespielt. Wir Zergeln, was das Zeug hält. Beide haben wir unseren Spass.

Wir laufen weiter durch den Wald, ich sammel Regentropfen auf meiner Brille und Aila die ein oder andere Klette. Ach ja, Pipi wurde auch irgendwann mal gemacht.

Am Auto angekommen, meldet sich meine Smartwatch: „Sie haben Ihr heutiges Bewegungsziel erreicht“. Vielen Dank lieber Hovi.

Mausi schaut mich an: „Wenn Du morgen früh wieder nicht schlafen kannst .....“. Es ist 7:30 Uhr.

In diesem Sinne

Hovawart - alles (andere) ist Hund

Euer

 

Alexander Laubenthal
mit
Aila vom Bonerthof

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Kommentare: 2
  • #2

    Usche (Mittwoch, 22 August 2018 09:03)

    Klasse geschrieben, ich habe die Geschichte damals schon in der Zeitschrift "Hovawart" gelesen, wir haben auch solch einen Wecker.

  • #1

    Andrea (Dienstag, 21 August 2018 19:46)

    ��‍♀️☺